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Aus Asche und Staub - Der Monivong Boulevard

"Kambodscha. Wie sollst Du es begreifen? Du betrittst zum ersten Mal das Land, das die Heimat Deines Vaters ist. Ein Land, das wieder bei Null anfangen musste. Du kommst vom

anderen Ende der Welt und siehst beständig auf ihre Vergangenheit, auf ihre schreienden Erinnerungen, auf ihre Toten, auf ihre Trauer. Aber sie? Sie müssen weiterleben. Ein anderes Leben."

Der Monivong Boulevard führt gerade durch ganz Phnom Penh, die Hauptstadt von Kambodscha. Er ist die wichtigste Handelsstraße Phnom Penhs und reicht von einem Ende zum anderen. Er ist damit wie ein Querschnitt durch das Leben in der endlich friedlichen, aber bitterarmen Millionenstadt am Mekong.
1975 ließen die Roten Khmer Phnom Penh zwangsräumen. Auf dem Land begann eine der schrecklichsten Diktaturen der Menschheit. Phnom Penh wurde zur Geisterstadt, nur noch etwa 100 Menschen hausten in der zerstörten ehemaligen "Perle Indochinas". Häuser, Straßen, Kanalisation zerfielen. Nach dem Sturz des Pol Pot Regimes 1979 folgten 19 Jahre Bürgerkrieg. In dieser Zeit kehrten die ersten Menschen wieder nach Phnom Penh zurück. Vor allem aber in den letzten Jahren, den Friedensjahren nach 1998, ist die Bevölkerungszahl sprunghaft gestiegen auf mittlerweile rund 1,3 Mio. Die Menschen haben ihre Stadt wieder aufgebaut - aus Asche und Staub.
Der Film von Marina Kem zeigt das ganz alltägliche Leben der Kambodschaner und Kambodschanerinnen entlang des Monivong Boulevards. Ihr von Armut geprägtes Leben als Händler, Kuriere oder Handwerker. Ihre Sorgen, Hoffnungen und ihre Vorstellungen von einem guten Leben. Der Film sucht nach dem Überbenswillen der Menschen und entdeckt dabei Humor, Optimismus und vor allem großes Mitgefühl mit noch ärmeren oder schwächeren Menschen.
"Wovon ich träume?" überlegt Hang Kim An, Protagonistin und Händlerin im Armenviertel, "Ich träume davon, dass ich viel Geld habe, damit ich es den Waisenkindern geben kann. Das ist alles. Ich habe keine anderen Träume. Ich möchte nur normal leben."


"Plötzlich stehst Du mittendrin, im Staub, zwischen den fremden Menschen. Wer sind diese Kambodschaner? Sie sehen Dich an mit ihren dunklen Augen. Schauen sie vorwurfsvoll?

Erwarten sie etwas? Sie lächeln. Davon hast Du schon gehört. Sourire Khmer. Die Franzosen haben es so genannt, das unergründliche freundlich-abweisende Lächeln. Keine Einladung,

keine Ausladung. Was also sollst Du tun? Du beschließt auf dieser Straße weiterzulaufen, einfach weiter, ohne etwas Bestimmtes zu suchen. Das ist ihnen fremd. Jetzt mustern sie Dich und Du lächelst zurück: unergründlich und freundlich."

Sender:   ARD/SWR  
Länge:   60 Minuten
Regie:   Marina Kem
Kamera:   Ulrich Nissler
Schnitt:   Saskia Metten-Nuhn
Produktionsformat:   Kamera


Crew

Drehbuch & Regie: Marina Kem | Kamera: Ulrich Nissler | Schnitt: Saskia Metten-Nuhn | Ton: Lorenz Pagés | Aufnahmeleitung: Sochanthy Chhoeung  Chamroeun "Nack" Chea | Recherche: Dr. Ottara Kem | Produktionsleitung: Jochen Dickbertel | Produktionsassistenz: Daniela Fritz | Redaktion SWR: Ebbo Demant


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